“Marius Uebach ist ein Vorbild!”

RW Hünsborns Sportleiter Marius Schneider im Interview mit FuPa Südwestfalen

Er war heiß umworben und entschied sich doch für seinen alten Verein. Stürmer Marius Uebach (24) bleibt somit auch in der kommenden Saison RW Hünsborn erhalten. FuPa Südwestfalen berichtete exklusiv und fragte Marius Schneider (36), den Sportlichen Leiter des Fußball-Landesligisten, nach den Hintergründen.

FuPa Südwestfalen: Herr Schneider, mit wie vielen Flaschen Champagner haben Sie die Zusage von Marius Uebach gefeiert?
Marius Schneider: „Die Zusage ereilte mich am Samstagnachmittag während eines Kurzurlaubs am Tegernsee. Alexander Somborn vom Förderverein, der ebenfalls federführend an den Gesprächen mit Marius beteiligt war, hat mich über die Entwicklung in dieser für uns wichtigen Personalie stets auf dem Laufenden gehalten und letztlich über diese tolle Neuigkeit informiert. Die Flasche Champagner ist es zwar nicht geworden, aber ein Weißbier auf der Schwaiger-Alm habe ich mir dann doch genehmigt (Schneider lacht).“

Eigentlich wäre aber ein kleines Fest angebracht gewesen, schließlich hat sich Ihr Klub gegen starke Konkurrenten wie SG Finnentrop/Bamenohl, SpVg Olpe und 1. FC Kaan-Marienborn durchgesetzt. Wie war das möglich?
Schneider: „Einfach war es bei dieser Konkurrenz in der Tat nicht, zumal die genannten Vereine neben dem sportlichen Anreiz auch über ganz andere finanzielle Möglichkeiten verfügen als Rot-Weiß Hünsborn. Wir haben Marius in den Gesprächen nochmal klar gemacht, von welcher großen Bedeutung er für die Mannschaft und als Identifikationsfigur für den gesamten Verein ist.“

Auf der Strecke blieben ein Landesligist, ein Westfalenligist und ein Oberligist. Welche Argumente waren letztendlich für die Zusage ausschlaggebend?
Schneider: „Es ist das Gesamtpaket RWH und der notwendige Idealismus, den Marius als Person für unseren Verein von Hause aus mit sich bringt. Nicht nur, dass sein Vater Henning schon seit vielen Jahren Vorstandsarbeit leistet, Marius selbst packt auch über das Engagement in der ersten Mannschaft hinaus als Co-Trainer in unserer B-Jugend mit an, ist bei allen Arbeitseinsätzen immer einer der Ersten, die sich freiwillig melden. Er ist ein Vorbild für unsere Kinder und Jugendlichen und hat sich in den letzten zwei Jahren zu einem absoluten Führungsspieler auf und neben dem Platz entwickelt. Als Mitglied des Mannschaftsrates war seine Entscheidung nicht nur für seine Mitspieler das genau richtige Signal, sondern für alle im Verein!“

Es fiel auf, dass sich die Personalie über Wochen in die Länge zog. Warum?
Schneider: „Es war natürlich keine einfache Entscheidung für ihn. Am Ende ging es nur noch um Kaan-Marienborn und uns. Wichtig ist letztlich, dass Marius zu 100 Prozent überzeugt von seiner Entscheidung ist. So etwas entscheidet man nicht innerhalb von 24 Stunden.“

Gab es ein Ultimatum?
Schneider: „Unsererseits nicht. Mit Kaan-Marienborn und dem Sportlichen Leiter Jochen Trilling war jedoch vereinbart, dass die Entscheidung am letzten Wochenende fallen sollte.“

Haben Sie in der Zeit der Unwissenheit nach Alternativen gesucht und sind Sie fündig geworden oder waren Sie sicher, dass Marius Uebach bleiben würde?
Schneider: „Wenn ein ambitionierter Oberligist aus der Region anklopft, kann man sich natürlich alles andere als sicher sein, ob ein Spieler diese Herausforderung trotz aller Verbundenheit zu seinem Heimatverein nicht doch annimmt. Tendenziell wussten wir aber, dass wir nicht völlig chancenlos sind. Nach Alternativen haben wir uns nicht umgesehen, denn mit Jonathan Knott und Sebastian Braas stehen noch zwei weitere gute Stürmer im Kader, darüber hinaus stößt mit Miguel Morente aus der eigenen A-Jugend im Sommer noch einer dazu. Spieler aus der zweiten Mannschaft wie David Rasche oder Daniel Niklas können auch jederzeit in den Landesligakader aufrücken. Wir hätten es also der Vereinsphilosophie entsprechend intern gelöst, sind aber natürlich außerordentlich froh, dass uns Marius erhalten bleibt.“

Der Kader bleibt also bis auf Jens Schlemper, der seine aktive Laufbahn beendet, zusammen. Werden Sie die Mannschaft für die neue Saison noch mit Neuzugängen verstärken?
Schneider: „Wir vertrauen weiterhin der aktuellen Mannschaft, in der es in den letzten Jahren so gut wie keine Fluktuation gab. Wenn mal Spieler bei uns aufgehört haben, dann wie bei Jens Schlemper nur aufgrund des Alters oder weil es Spielern beruflich nicht mehr möglich war weiterzuspielen. Das spricht eindeutig für unseren Verein und die Mannschaft! Verstärken werden uns dann neben Rückkehrer Marcel Eichler wieder die Jungs aus der A-Jugend-Bezirksligamannschaft, die bekanntlich von Timo Schlabach bestens auf die Senioren-Teams vorbereitet werden. Das ist auch in den kommenden Jahren unser Weg.“

In der aktuellen Saison befindet sich RW Hünsborn auf einem enttäuschenden zehnten Tabellenplatz. Wie fällt Ihr Zwischenfazit aus und wie lauten die Ziele bis zum Saisonende?
Schneider: „Im Fußball geht’s nicht immer nur bergauf. Wir haben nach vielen Jahren, in denen es sportlich gut lief, jetzt in dieser Saison erstmals eine schwierige Situation zu meistern. Es gilt zu allererst, die Klasse zu sichern. Landesligafußball muss auch zukünftig weiter unser Anspruch sein.“

Und dann geht es mit einer eingespielten Elf in das nächste Spieljahr. Was ist möglich?
Schneider: „Welches Potenzial in der Mannschaft steckt, hat sie bei den verdienten Siegen gegen die Spitzenteams der Liga bewiesen. Die Leistungsschwankungen müssen wir in den Griff bekommen. Hier ist nicht nur das Trainerteam, sondern auch jeder einzelne Spieler eigenverantwortlich gefordert. Darüber hinaus freuen wir uns alle im Sommer auf den neuen Platz. Das wird nochmal einen zusätzlichen Motivationsschub geben.“

Marius Uebach hat in dieser Saison 18 Tore erzielt, in der vergangenen waren es 21. Was erwarten Sie von ihm im nächsten Jahr?
Schneider: „Es wäre toll, wenn Marius die Leistungen der letzten zwei Jahre bestätigen könnte und er weiterhin mit seinen Toren zum Erfolg der ganzen Mannschaft beiträgt.“

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