I. Mannschaft

Rot-Weiß Hünsborn: Achterbahnfahrt der Gefühle

Versöhnlicher Saisonabschluss: Marius Uebach (rechts), der beim 4:1 gegen den FC Wetter drei Tore erzielte, und Sebastian Braas, der sein letztes Landesliga-Spiel bestritt. Er beendet seine aktive Laufbahn. Foto: leem
Rückblick auf die Saison mit vielen Höhepunkten und einigen Tiefschlägen

4:1 – hört sich gut an. Klare Sache, könnte man meinen. Wirklich? Nein, das Resultat gegen den FC Wetter, mit dem Landesligist RW Hünsborn in die Sommerpause geht, stimmte jeden Sympathisanten zwar versöhnlich, doch in Wahrheit erwies sich das Ergebnis als Spiegelbild der gesamten Saison: Am Anfang schwach, in der Mitte wechselhaft, am Schluss stark. Und so beendet die Elf vom Löffelberg schließlich die rasante Achterbahnfahrt über 30 Stationen auf Tabellenplatz 7 (47 Punkte).

Das ist eine anständige Platzierung angesichts der zahlreichen Unwägbarkeiten, die der Klub zu bewältigen hatte. Das drittbeste Ergebnis, das der Verein je erzielte, wurde mit dem Sieg beim Wendener Hallen-Gemeindepokalturnier und der Halbfinalteilnahme beim Masters garniert. Zudem registrierte der Klub das unglückliche Aus im Viertelfinale des Kreispokals (3:4 nach Verlängerung gegen den späteren Sieger SpVg Olpe). Mehr ging nicht in einem Spieljahr, das kaum beklagenswerter beginnen konnte.

Die ersten acht Punktspiele blieben die Rot-Weißen sieglos und verbuchten in dieser Zeit lediglich durch das 2:2 gegen den FSV Gerlingen und das 0:0 in Dröschede zwei Punkte. „Mit so einer Bilanz steigt man normalerweise ab“, resümiert Coach Andreas Waffenschmidt und stellt beim Blick in den Rückspiegel fest: „Das war der Stimmungskiller.“

Aber: Team und Trainer steckten den Tiefschlag weg, starteten mit dem 4:0 in Hohenlimburg eine Aufholjagd, die mit einer erstaunlichen Bilanz endete. So gewann die Elf acht der letzten zehn Begegnungen und sorgte für ein Happy End. „Wir haben viel zu viel über negative Dinge gesprochen“, erinnert sich der Coach.

Das lag aber auch an dem Umstand, dass die Mannschaft nach dem vergangenen Spieljahr mit 55 Punkten den vierten Tabellenplatz belegt hatte und Vergleiche in der Branche zum Tagesgeschäft gehören.

Aber: Parallelen führten bei RW Hünsborn in der soeben abgelaufenen Saison zu keinen sinnvollen Ergebnissen, weil personelle Nöte die komplette Saison überlagerten. 170 Verletzungstage hatte Waffenschmidt in gewöhnlichen Meisterschaften gezählt, bei den Rot-Weißen waren es in den letzten Monaten 350. „Es hat viele Spieler gegeben, die in den letzten Wochen nur Laufschuhe getragen haben“, erklärte Mittelfeldspieler Andreas Mayer, der am vergangenen Sonntag das Wetter-Spiel an Krücken erlebte.

„Da stimmt doch etwas nicht“, ergänzt der Coach: „Wir haben in den letzten fünf, sechs Wochen nur ein abgespecktes Trainingsprogramm absolviert.“ Ein Grund für die kontinuierliche Spielernot könnte der ramponierte Kunstrasen sein, der in der Sommerpause erneuert wird.

Trotzdem haben die Hünsborner ihre Klasse aufblitzen lassen. So gewannen sie beim frischgebackenen Meister SG Finnentrop/Bamenohl (3:1), holten gegen den Tabellendritten Borussia Dröschede (0:0 und 2:0) drei Punkte und besiegten den Vierten, SV Hüsten, zweimal (4:2 und 3:1). Zugleich verloren sie zu Hause gegen Absteiger SpVg Hagen (1:2) und holten gegen den FSV Gerlingen „nur“ einen Zähler (2:2 und 0:1).

Und beim unmittelbaren Nachbarn FC Altenhof gab es eine 2:3-Niederlage. Die beständige Unbeständigkeit wirft insbesondere eine Frage auf: Was wäre, wenn? „Dann wäre ich Bundeskanzler und dem Land ginge es besser“, antwortet Andreas Waffenschmidt.

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