RW Hünsborn 3 0 SSV Meschede
08.11.15 - 14:30
WeberHaus-Arena

Spielbericht Siegener Zeitung von Werner Leemreize

Hünsborn fertigt Meschede ab

Fußball-Landesligist RW Hünsborn lässt SSV Meschede beim 3:0-Erfolg keine Chance

 Zur Euphorie besteht kein Grund, aber nach dem überzeugenden 3:0 (1:0)-Erfolg über den SSV Meschede darf Fußball-Landesligist RW Hünsborn optimistisch in die Zukunft blicken. „Der Heimsieg ist gut für das Selbstvertrauen. Aber am Sonntag müssen wir in Haspe nachlegen. Wir brauchen Konstanz“, forderte Kapitän Steffen Hatzfeld unmittelbar nach dem Abpfiff.

Der 21-Jährige spielte bei dem fünften Erfolg im sechsten Heimspiel eine zentrale Rolle. Trainer Andreas Waffenschmidt hatte Hatzfeld von der Sechser- auf die Spielmacherposition beordert, gleichzeitig für den zweiten Stürmer Sebastian Braas mit Marius Strunk einen zusätzlichen Defensiv-Spezialisten gebracht. „Die offensivere Position liegt mit etwas besser“, bilanzierte Hatzfeld. Das neue Konzept ging jedenfalls voll auf, so dass sich die Treffer von Marius Uebach (35.), Steffen Hatzfeld (64.) und Daniel Jung (80.) als logische Konsequenz einer 90-minütigen Überlegenheit erwiesen. „Wir wollten das Zentrum etwas schließen“, begründete der Coach später und stellte fest: „Das ist uns in 90 Minuten gut gelungen.“ Mehr noch: Alle drei Tore lassen sich ohne Bedenken in die Kategorie „sehenswert“ einordnen. Beim ersten nimmt Marius Uebach den Ball mit dem rechten Fuß an und vollstreckt postwendend mit dem linken. Klasse. Den zweiten durch Steffen Hatzfeld bereitet Daniel Jung auf der rechten Seite mustergültig vor, während eine blitzsaubere Kombination zum dritten führte: Jan-Peter Stein passt auf Marius Uebach, Marius Uebach auf Daniel Jung und der schiebt ein. Toll! „Ich freue mich über die taktisch tadellose Leistung der Mannschaft“, lobte Waffenschmidt und ergänzte: „Ich hoffe, dass wir künftig in jedem Spiel mit dieser Disziplin agieren.“

Dass die Mescheder in den letzten 20 Minuten ohne Mahmut Yavuzaslan auskommen mussten, hatte nichts mit dem späteren Ergebnis zu tun. Der 24-Jährige war von Schiedsrichter Christian Naskrent (Dortmund) wegen Tätlichkeit vom Platz gestellt worden, nachdem er Marius Strunk an den Hals gegriffen hatte.

Ob mit oder ihn – der SSV Meschede erspielte sich in den eineinhalb Stunden nur eine Chance durch Atilla Demir, die der Hünsborner Schlussmann Tobias Wurm mit einem Reflex zunichte machte (64.). Das war’s. Von der gefährlichen Offensive, die die Mescheder noch in der vergangenen Saison ausgezeichnet hatte, war nichts zu sehen. Im Gegenteil: Der vor der Saison als heißer Meisterschaftskandidat gehandelte SSV war mit dem 0:3 noch gut bedient, denn Daniel Jung (18.) und Marius Strunk (67.) trafen noch Pfosten und Latte. „RW Hünsborn hat eine tolle Mannschaft“, resümierte der Mescheder Trainer Heiko Hofmann, dessen Arbeit nach Informationen der Siegener Zeitung in den nächsten Tagen im Hochsauerland hinterfragt wird.

Deutlich wurde an diesem Tag jedenfalls, dass die Gastgeber als Kollektiv sehr gut arbeiteten und mit Henrik Blecker und Marius Uebach zwei superschnelle Akteure in ihren Reihen haben, die in den Umschaltbewegungen im Vergleich zu jedem einzelnen Mescheder ein deutliches Plus verzeichneten.

Trotzdem: 138 Augenzeugen bildeten nicht jene Kulisse, die sich RW Hünsborn vorgestellt hatte. Das Bundesliga-Derby zwischen Borussia Dortmund und Schalke 04 ließ grüßen. „Damit hat der Deutsche Fußball-Bund der Basis keinen Gefallen getan. Man hätte das Sonntag-Spiel der Bundesliga generell für 18 Uhr ansetzen können“, erklärte Marius Schneider, der Sportliche Leiter des Klubs, im Gespräch mit der Siegener Zeitung. Er stellte fest: „Uns fehlen heute 40 bis 50 Zuschauer.“

 

 

Spielbericht www.derwesten.de von Michael Meckel

Löffelberg bleibt fast uneinnehmbarFußball-Landesligist RW Hünsborn bleibt am heimischen Löffelberg eine Macht.Mit 3:0 (1:0) konnte die Mannschaft von Trainer Andreas Waffenschmidt gegen den Tabellenachten SSV Meschede den fünften Sieg im sechsten Heimspiel feiern. Damit ist RW Hünsborn nach Neheim und Hohenlimburg die drittbeste Heimmannschaft der Landesliga.

Es war ein völlig vedienter Sieg, denn was die Gäste aus Meschede am Sonntagnachmuttag den nur rund 80 Zuschauern am Löffelberg servierten, war biedere Fußballkost und hatte keinen Punktgewinn verdient.

Das Geschehen spielte sich in der ersten Halbzeit weitgehend zwischen den Strafräumen ab. Chancen waren Mangelware.

Die erste Möglichkeit für Hünsborn hatte Daniel Jung mit einem Lattenschuss (19.). In der 36. Minute fiel dann das 1:0. Nachdem die Gäste einen Ball nach einer Flanke nicht aus der Gefahrenzone bekamen, stand plötzlich Marius Uebach frei und schoss den Ball zum 1:0 ins rechte Eck. In der 45. Minute hätte Dennis Ermin aus kurzer Distanz eigentlich zum 2:0 einköpfen müssen.

Nach der Pause plätscherte das Spiel eine Viertelstunde zunächst vor sich hin. Bis plötzlich Atilla Demir in der 61. Minute völlig frei vor Tobias Wurm aufkreuzte, der den Ball über die Latte lenken konnte. „Das war super gehalten. Aber das war auch die einzige Chance für Meschede im gesamten Spiel“, brachte es RWH-Trainer Andreas Waffenschmidt auf den Punkt.

Diese Szene hatte einen „Hallo-Wach-Effekt“, denn jetzt nahm das Spiel richtig Fahrt auf.

Wurm rettet, Hatzfeld triff zum 2:0In der 65. Minute erzielte Steffen Hatzfeld nach einem Angriff über Andreas Mayer und Daniel Jung das 2:0. Und weiter ging es. 120 Sekunden danach kreuzte Henrik Blecker allein vor Meschedes Keeper Dirk Potofski auf, schoss aber knapp am langen Pfosten vorbei. Wieder nur zwei Minuten später traf Marius Strunk aus 18 Metern den Pfosten. Spätestens, als Mahmut Yavzsalan in der 70. Minute wegen einer Tätlichkeit an Strunk Rot sah, war das Spiel entschieden. Daniel Jung machte nach einer Kombination über Jan Peter-Stein und Uebach in der 80. Minute endgültig den Deckel drauf.„Ich freue mich sehr über den verdienten Sieg. Vor allem darüber, dass die Mannschaft über 90 Minuten taktisch alles umgesetzt hat, was wir uns vorgenommen hatten. Es ist nun wichtig, dass wir diese Leistung über zwei bis drei Wochen am Stück zeigen und auch einmal auswärts nachlegen können“, forderte Andreas Waffenschmidt nach dem Abpfiff.