Wer setzt sich in Wenden die Hallenkrone auf?

So jubelten Spieler und Betreuer Rot-Weiß Hünsborns vor einem Jahr über den Gemeinde-Hallenpokalsieg. Fotos (3): leem, geo, cs

Hallen-Gemeindepokal elektrisiert die Massen – Hünsborn Titelverteidiger

Seit Tagen spricht man in den einzelnen Ortschaften der Gemeinde Wenden, sofern es um Fußball geht, nur noch von diesem einen Hallenturnier. Am kommenden Wochenende steht dieser prestigeträchtige Cup wieder auf dem Plan, bei dem die Emotionen hochkochen und manchmal auch die Fetzen fliegen. Wo die Realschulturnhalle an allen drei Tagen aus den Nähten platzen wird und am Sonntagabend, gegen 18.15 Uhr, eine von neun teilnehmenden Mannschaften sich mit ihren Offiziellen und Fans in den Armen liegen und feiern wird, als ob sie gerade den Aufstieg in die nächsthöhere Liga geschafft hätten: Es ist wieder einmal Gemeindepokalzeit und es wird die Frage beantwortet: Wer ist der beste Verein im „Wendschen“?

„Der Gemeindepokal steht über allem. Ich habe diesen Titel nun zweimal mit meiner Mannschaft ausgiebig feiern dürfen, das ist etwas ganz besonderes“, sagt Andreas Waffenschmidt, Trainer des letztjährigen Siegers RW Hünsborn. „Es ist eine Menge los und das bestbesetzte Turnier im Umkreis, welches sehr prestigeträchtig ist“, konstatiert auch Paul-Heinz „Pauli“ Brüser, Coach des FSV Gerlingen. Und Michael Kügler, Bandenchef des Ausrichters SV Ottfingen weiß: „Der Stellenwert ist enorm hoch. Alles andere als die Zwischenrunde am Sonntag nicht zu erreichen, wäre sehr kritisch.“

Und so wird es bereits am Samstag zur Sache gehen, wenn es in der Gruppenphase heißt: „Aus drei mach zwei“, denn die drei Tabellenletzten scheiden aus und müssen ihre Taschen packen. In der Gruppe A rechnen (fast) alle damit, dass BW Hillmicke dieses Schicksal erleiden wird. Der B-Kreisligist ist zweifellos der absolute Underdog und müsste schon sehr über sich hinauswachsen, um Landesligist FSV Gerlingen oder aber Bezirksligist SV Ottfingen in die Schranken zu verweisen

Ganz ähnlich sieht es in der Gruppe C für A-Ligist GW Elben aus, der mit dem FC Altenhof und RW Hünsborn auf gleich zwei Landesligisten treffen und vor einer hohen Hürde stehen. „Zweimal zwölf Minuten in der Vorrunde ist eine Horrorzeit. Aber am Ende setzt sich halt auch immer auch die fußballerisch beste Mannschaft durch oder die, die die meisten Körner hat“, betont RWH-Coach Waffenschmidt, der allerdings im Hinblick auf die eigenen Ambitionen einschränkt: „Mit Marius Uebach, Thomas Alfes, Dennis Ermin und Christian Kadimsky fehlt mir ein richtig guter Block. Auch weitere Akteure werden aufgrund von Verletzungen nicht dabei sein. Es wird schwierig, natürlich wollen wir den Titel verteidigen, aber es könnte eng werden.“

Apropos „eng“: Die Vorrundengruppe B verspricht auf dem Papier für den Samstagnachmittag die größte Ausgeglichenheit und somit auch Spannung. Der VSV Wenden, Tabellenzweiter der Bezirksliga, geht zwar ambitioniert ins Turnier und wird hoch gehandelt, aber die beiden A-Liga-Spitzenteams aus Möllmicke und Rothemühle könnten es der Elf von Jörg Rokitte schwer machen. Zumal der Coach betont, dass Akteure, die noch „angeknockt“ sind oder es vor kurzem waren, nicht aufs Parkett geschickt werden. Er ist aber auch der Meinung, dass er bei derzeit 20 Feldspielern, sicher eine gute Truppe dabei sein werde.

Natürlich steht bei allen Klubs die Rückrunde auf dem Feld bereits im Fokus. „Spieler wie Steffen Scheppe, Tim Weber, Kubilay Basoglu oder mein Sohn Florian, die allesamt schon Kreuzbandrisse hatten, werden nicht auflaufen. Chris Hardenack hatte einen Schlüsselbeinbruch, das ist bei der Rundumbande dann einfach zu gefährlich“, sagt Gerlingens Coach Brüser, dessen Truppe in der Meisterschaftsrunde gegen den Abstieg kämpft und der Klassenerhalt daher oberste Priorität besitzt.

Kollege Kügler aus Ottfingen bläst ins gleiche Horn: „Unsere Kniespezialisten wie Sebastian Erner, Bastian Arns oder Jannis Kipping sind nicht dabei.“ Und natürlich auch nicht Oliver Lips, der sich kurz vor Jahresende in Freudenberg verletzte, es bei ihm aber leichte Entwarnung gibt (Kügler: „Die Bänderstruktur im Knie ist in Ordnung, man muss noch abwarten, ob der Knochen etwas abbekommen hat“).

Wenn am Samstag um 14 Uhr das erste Duell zwischen dem FSV Gerlingen und BW Hillmicke angepfiffen wird, interessieren derlei Personalien nicht mehr, dann geht es um nicht weniger als den Gemeinde-Thron, auf dem am Ende des Wochenendes jeder Verein gerne sitzen würde und sich dementsprechend vom Anhang feiern lassen will.

„Wir spielen um insgesamt 1750 Euro Preisgeld“, betont Oliver Hetzel, Geschäftsführer des SV Ottfingen und hebt neben dem Prestige eine weitere Komponente heraus: Es geht darum, die eigene Mannschaftskasse prächtig zu füllen!

80 bis 100 Helfer, 30 Kilo Pommes, 1000 Würstchen, (erhoffte) 1500 Zuschauer an allen drei Tagen, ein 88-seitiges Programmheft, eine Tombola mit dem Hauptpreis von 500 Euro – imponierende Zahlen, die Hetzel in die Waagschale wirft und die zeigen, welchen Stellenwert dieses Hallenturnier besitzt.

Die Zwischenrunde am Sonntag (mit zwei Gruppen a drei Teams) – es schließen sich die beiden Halbfinalpartien, das Neunmeterschießen um Platz drei sowie das Finale (über zweimal 15 Minuten an – ist für die höherklassigen Teams ein „Muss“, während die drei Kreisligisten die Qualifikation wohl schon als großen Erfolg werten würden.

Ein Hintertürchen und Trostpflaster gibt es für die Klubs, die beim Hauptturnier leer ausgehen: Denn bereits heute wird ab 17.45 Uhr der Reserve-Cup ausgespielt (Spielzeit 1×12 Minuten, Finale 1×15 Minuten), in dem A-Kreisligist RW Hünsborn ohne Frage die Favoritenrolle inne hat, letztes Jahr allerdings der „Zweiten“ des SV Ottfingen unterlag und so den dreifachen Folgetriumph verpasste.

Stattliche 650 Zuschauer waren 2017 in der Halle und bildeten so einen tollen Rahmen für die sonst auf dem Feld oftmals unbemerkt kickenden 2. Mannschaften – das ist eben das fußballverrückte „Wendsche“! Wiederholung erwünscht!

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