The Fog – Nebel des Staunens

Samstag 25.11.17 21:28 Uhr|Autor: Werner Leemreize720

Der Hünsborner Trainer Timo Schlabach (links) auf dem Weg in die Kabine. Es ist die 72. Minute. Schiedsrichter Hendrik Schütte hat das Pokalfinale der A-Junioren soeben unterbrochen und bricht es 30 Minuten später ab. Foto: leem
Nachdreher zum A-Junioren-Pokal-Endspiel

The Fog – Nebel des Grauens. Wer kennt den Gruselfilm von John Carpenter aus dem Jahr 1980, in dem Geister von ermordeten Seemännern in ein Fischerdorf zurückkehren und Rache nehmen wollen, nicht? Ein Klassiker. Von der großen Filmbühne nun ins beschauliche Rüblinghausen.

Dort spielte sich am Freitag ein Pokalfinal-Hit zwischen den Fußball-A- Jugendlichen des FC Lennestadt und von RW Hünsborn ab, der den Titel tragen könnte: The Fog – Nebel des Staunens. Der Regisseur, in diesem Fall der Schiedsrichter, ließ allerdings nicht 90 Minuten wie John Carpenter spielen, sondern nur 72. Dann brach er die Aufführung ab. Grund: The Fog – der Nebel!

Die 248 Zuschauer staunten nicht schlecht, denn zu diesem Zeitpunkt konnten sie von der Tribüne aus die Szenen in beiden Strafräumen exakt verfolgen. Schiedsrichter Hendrik Schütte unterbrach jedoch zunächst das Spiel aus dem Grund, weil er von einem Tor aus nicht das andere sehen konnte. Stimmt, FuPa Südwestfalen testete selbst.

Und genau das ist, so behaupteten jedenfalls alle Kenner der Szene, das entscheidende Kriterium. Nicht etwa die oft verbreitete Meinung, dass von der Mittellinie die beiden Tore zu erkennen sein müssen, zählen. Nach 30-minütiger Zwangspause und Rückzug in die Kabinen folgte schließlich nach einem weiteren Sehtest der Abbruch der Partie. Ärgerlich für Hünsborn, das zu diesem Zeitpunkt durch ein Eigentor des Lennestädter Torwarts Timo Geng (38.) und einen Treffer von Michel Schuchert (65.) mit 2:0 führte und sich auf dem souveränen Weg zur erfolgreichen Titelverteidigung befand.

,,Das ist eine Unverschämtheit und für unsere Jungs total frustrierend“, ärgerte sich der Hünsborner Trainer Timo Schlabach auch darüber, dass die Begegnung 18 mickrige Minuten vor dem Ende abgebrochen wurde: ,,Man muss doch nicht bis zum anderen Tor schauen können, wenn sich das Geschehen in einer Hälfte abspielt.“ Satzung und Praxis liegen eben oftmals nicht eng beieinander.

,,Ich hätte das Spiel nicht abgebrochen“, sagte jedenfalls ein Unparteiischer, der die Partie live verfolgte und nicht genannt werden möchte, am Rande der Bande im Gespräch mit FuPa Südwestfalen.

Keine Frage: Die Regel gibt dem Unparteiischen Recht. Merkwürdig allerdings: Schiedsrichter Hendrik Schütte kommt aus Lennestadt und pfeift für den TSV Saalhausen. Und der FCL lag bei Abbruch mit 0:2 in Rückstand – ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

,,Hier konnte man kein Fußballspiel ordnungsgemäß über die Bühne bringen. Die Entscheidung ist absolut in Ordnung“, stellte sich Raimund Nöker, Vorsitzender des Kreisjugend-Ausschusses, hinter den Spielleiter und bilanzierte: ,,Die Schiedsrichter haben neutral zu sein und der Schiedsrichter heute war neutral.“

Die beiden Mannschaften sehen sich bereits am kommenden Mittwoch wieder. Dann wird die Neuauflage des abgebrochenen Endspiels um 19 Uhr in Helden ausgetragen. ,,Wir bereiten uns so vor, als wenn es dieses Spiel nicht gegeben hätte“, sagte Timo Schlabach in Rüblinghausen.

The Fog – der Nebel des Staunens hatte sich zu diesem Zeitpunkt am Birkendrust noch nicht verzogen und wird noch lange für Gesprächsstoff sorgen. Vielleicht zieht er weiter und lässt sich am Mittwoch im Repetal blicken.

RW Hünsborn – FC Lennestadt 2:0 Abbruch

Bericht: Fupa.net